Unsere Kollegin aus Brüssel Sabine Seeger-Regling war am 22. Mai unterwegs auf dem Wirtschaftsforum in der belgischen Hauptstadt. Sie berichtet über die Themen, die auf und neben der Bühne diskutiert wurden.
„Die Weltwirtschaft ist eine beängstigende Welt geworden“, betonte Adam Posen, Leiter des renommierten Peterson Institute for International Economics gleich zum Auftakt des diesjährigen Brüsseler Wirtschaftsforums. Trump sei dabei, mit seiner Handelspolitik die multilaterale Ordnung zu zerstören und diese Politik wirke weit über Trump hinaus.
„Wir marschieren in fundamental unsichere Zeiten“, ist Posen überzeugt. Zeiten, in denen nationale Interessen in den Vordergrund rückten und der Dollar sukzessive an Stärke verliere. Dies eröffne allerdings Chancen für den Euro, der über kurz oder lang eine internationale Rolle spielen könnte.
📍 Die EU müsse an ihrem Kurs festhalten, Standards und Normen setzen, den Binnenmarkt stärken und durch Freihandelsverträge den Geist des Multilateralismus aufrechterhalten. Nur so sichere sie sich ihren Platz in einer neuen Weltordnung.
Auch die Wirtschaftsvertreter forderten mehr Binnenmarkt, mahnten aber gleichzeitig mehr „Speed“. Die Prozesse müssten schneller, die Verfahren einfacher werden. „Unsere Verwaltung lässt uns alt aussehen“, rügte Renault CEO Luca de Meo. Und sein Kollege Yannick Fierling von Electrolux Group mahnte zur Förderung des Konsums. Europa sei die einzige Region in der Welt, in der der Konsum bis heute nicht das Niveau von Vor-Corona erreicht habe.
Auf Dynamik setzt auch Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der Kommission und zuständig für technologische Souveränität. Sie verwies auf die Start-up-Strategie, mit der unter anderen auch die 7000 Start-ups, die derzeit europaweit an KI arbeiten, unterstützt werden.
📍 Wie ein roter Faden zog sich das Thema Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum durch die Konferenz, durch Innovation und Bereitschaft zum Risiko. „Change the mindset“, proklamierte einer der Gründer auf dem Start-up-Panel, „Accept risk and be ready to invest“.



