Gute Nachrichten für die Medienlandschaft: Das Vertrauen der Menschen in deutsche Medien ist gestiegen. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Die Ergebnisse liefern interessante Einblicke in das Mediennutzungsverhalten und die Einschätzungen zur Glaubwürdigkeit journalistischer Inhalte.
61 Prozent der Befragten stufen die Berichterstattung deutscher Medien insgesamt als glaubwürdig ein. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders groß ist das Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Angebote und Tageszeitungen. Hier zeigen sich stabile oder gar wachsende Zustimmungswerte.
Öffentlich-rechtliche Medien bleiben wichtigste Informationsquelle
Für politische Informationen greifen die meisten weiterhin zum Fernsehen der öffentlich-rechtlichen Sender: 32 Prozent nennen es als Hauptquelle. Tageszeitungen (12 Prozent) und soziale Medien (10 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand. Zwei Drittel der Befragten sehen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt als unverzichtbar an.
Regionale und politische Unterschiede im Vertrauen
Auffällig sind die Unterschiede beim Vertrauen in Medien je nach Region, Alter und politischer Orientierung. In Westdeutschland halten 58 Prozent den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für glaubwürdig, in Ostdeutschland sind es nur 41 Prozent. Auch das Bildungsniveau spielt eine Rolle: Menschen mit höherem Bildungsabschluss vertrauen Medien eher.
Besonders hoch ist das Vertrauen bei Anhängern und Anhängerinnen von Grünen (92 Prozent), CDU/CSU (78 Prozent) und SPD (76 Prozent). Demgegenüber zeigen sich bei Wählern und Wählerinnen von AfD (10 Prozent) und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (16 Prozent) deutliche Zweifel.
Fazit: Vertrauenszuwachs trotz Polarisierung
Die Studie zeigt, dass sich das allgemeine Vertrauen in deutsche Medien verbessert hat. Gleichzeitig bestehen deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Medienvertrauen bleibt ein sensibler Indikator für gesellschaftliche Stimmungen – und ein wichtiger Auftrag für journalistische Qualität und Transparenz.



