Fünf Tage Brüssel, fünf Tage mitten im europäischen Politikbetrieb durfte unser Praktikant aus nächster Nähe erleben. Von seinen Eindrücken und Erfahrungen erzählt er lieber selbst:
Landeanflug auf Brüssel! Als Teil meines Praktikums bei den Himmelsschreibern durfte ich letzte Woche in Brüssel verbringen und dort im Außenbüro EU-Luft schnuppern.
In 5 Tagen besuchte ich diverse Veranstaltungen verschiedener Think-Tanks, unter anderem vom European Policy Centre, der Foundation for European Progressive Studies und dem Centre for European Policy Studies, aber auch von in Brüssel vertretenen Stiftungen wie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, bei der ich eine äußerst anregende Podiumsdiskussion zur EU-Erweiterung hörte und am Rande interessante und inspirierende Gespräche führte. In der sehr konstruktiven Debatte wurde klar unterstrichen, wie kompliziert der EU-Beitritt heutzutage ist. Laut den Teilnehmern, unter anderem langjährigen Kommissionsmitgliedern und Enlargement-Experten, sei von den aktuellen Beitrittskandidaten nur Montenegro nah an der Aufnahme in die Union. Auch wurde über den Fall Island diskutiert, das sich nach einer Volksabstimmung erst im Sommer aus den Beitrittsverhandlungen zurückgezogen hatte, allerdings trotzdem im EU-Binnenmarkt bleibt und mit der EU zusammenarbeitet.


Zudem erkundete ich die Stadt Brüssel und ihren europäischen Teil, unter anderem das EU-Parlament in aller Ausführlichkeit. Mein persönliches Highlight: ein politisch-historisches Gespräch mit dem renommierten Europa-Forscher Timothy Garton Ash und der Historikerin Caroline De Gruyter im ausverkauften Flagey-Theater zum Stand Europas und seinen Herausforderungen. Eines wurde hier ganz deutlich: Die europäische Demokratie ist zwar wehrhaft, muss aber auch von uns allen verteidigt werden. Demokratiefeinde greifen überall nach der Macht, so auch in den beiden Zündkolben des europäischen Motors, Frankreich und Deutschland. Interessant dabei war der Standpunkt Garton Ashs, das rechtpopulistische Rassemblement National von Marine LePen wird international in den Ländern Europas nicht als so große Gefahr wahrgenommen, wie die AfD. Die beiden Historiker gingen sogar so weit zu sagen, die Wahlerfolge der AfD schüren wieder alte Ängste vor einem expansionistischen und gefährlichen Deutschland.
Ein großer Dank an die Himmelsschreiber und ganz besonders Grazie an die Brüsseler Kollegin Sabine Seeger-Regling, die in der zurückliegenden Woche für mich einen sehr ergiebigen Durchlauf durch die EU plante und mich auf meiner Reise ins Herz der europäischen Demokratie begleitete. Es hat mir große Freude bereitet, den Aufenthalt nicht nur mit der Erarbeitung und Analyse von EU-Gesetzen vorzubereiten und so den Bürokratie-Dschungel der EU zu entwirren, sondern EU-Politik hautnah zu erleben.
Eines steht nach dem Aufenthalt in Brüssel fest: die EU ist stark und hat großes Potenzial, aber nicht zuletzt schafft sie einen zuvor so noch nie dagewesenen Frieden auf unserem schönen Kontinent, den es für alle Europäer zu bewahren gilt!



